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Deutsche Trüffelbäume

Trüffelanbau in Deutschland für ein “buntes Landleben”

Gibt es Trüffel in Deutschland? Ulrich Stobbe und Ludger Sproll beschäftigen sich seit gut zehn Jahren ausschließlich mit den wertvollen unterirdischen Pilzen – denn auch in Deutschland wächst weit mehr Trüffel als bisher angenommen, neben sieben anderen Arten vor allem Schwarze Burgundertrüffel. Diese Sorte ist weltweit unter den teuersten und begehrtesten Trüffeln und wird mit etwa 400 bis 600 Euro pro Kilo gehandelt. Die deutschen Trüffel stehen dabei in Menge, Qualität und Größe ihren südländischen Verwandten um nichts nach und sind im ganzen Land verbreitet.

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Trüffelanbau in Deutschland
Was in Deutschland bisher kaum jemand wusste: Trüffel wird weltweit mit Erfolg auf Plantagen angebaut. Frankreich, die Schweiz, Österreich und sogar Schweden sind Deutschland dabei voraus und beweisen, dass der Trüffelanbau auch im mitteleuropäischen Klima funktioniert. Die unterirdischen Schlauchpilze wachsen immer in Symbiose mit Wirtspflanzen wie Haselnuss, Buche oder Eiche. Der Pilz steigert die Wasser- und Nährstoffaufnahme des Baumes und bekommt im Gegenzug Kohlenhydrate, die er für sein Wachstum und die Bildung von Fruchtkörpern braucht. Diese Symbiose kann künstlich hergestellt werden, indem die Baumwurzeln mit den Sporen der Trüffel geimpft werden. Dabei entwickelt sich die sogenannte Mycorrhiza – eine feste Verbindung der beiden Partner, die sich in einer wolligen Struktur an den Feinwurzeln der Pflanze zeigt. Die so präparierten Bäume werden auf geeigneten Flächen ausgepflanzt und tragen nach einigen Jahren Wartezeit zum ersten Mal Trüffeln. Ab dann kann für viele Jahrzehnte jedes Jahr mehrfach geerntet werden.

Deutsche_Trüffelbäume_Produkt-

Im Jahr 2011 wurde die Firma  „Deutsche Trüffelbäume“ gegründet. Anfangs züchteten sie  nur Eichen, inzwischen stehen vor allem Haselnüsse und Rote Haselnüsse, aber auch Buchen, Hainbuchen und Fichten im Angebot. Besonderen Wert legen sie auf die Qualität des Pflanzguts. Ähnlich wie im Obstbau gibt es auch bei Trüffeln innerhalb einer Art regionale Unterschiede. So wäre es wenig sinnvoll, Saatgut und Trüffel aus dem milden Rheingraben in den kühlen Hochlagen der Mittelgebirge anzubauen. Daher gibt es die Bäume aus zertifiziertem Saatgut mit den passenden Trüffeln für drei Klimazonen innerhalb Deutschlands. Sämtliche Substrate werden zudem selbst hergestellt und die Pflanzen so behandelt, dass die Wurzeln ausschließlich mit dem Burgundertrüffel besiedelt sind und keine unerwünschten Pilzarten beherbergen. Inzwischen sitzt die Firma in Radolfzell am Bodensee  und betreut Projekte im In- und Ausland. Was braucht es noch, um Trüffel erfolgreich anzubauen? Entscheidend ist vor allem der Boden. Glücklicherweise sind weite Teile Deutschlands geeignet.

Wichtig ist ein hoher Kalkgehalt, denn die Trüffel ist von Natur aus an die Böden der Kalkgebiete angepasst. Dazu sollte es nicht zu nass sein, denn Trüffel mögen keine Staunässe oder schlecht durchlüftete Böden.
Die spätere Pflege der Anlagen ist im Vergleich zum herkömmlichen Obstbau sehr extensiv. Sie konzentriert sich vor allem auf das Kurzhalten der Konkurrenzvegetation in den ersten Jahren. Da es sich um sehr robuste, heimische Gehölze handelt, wird normalerweise kein Pflanzenschutz benötigt, außer gegen Wühlmäuse. Nach etwa sechs bis acht Jahren haben die Pflanzen die nötige Größe erreicht um die ersten Trüffel zu produzieren. Ab dann kann jährlich geerntet werden. Die Trüffelernte wird am besten mit einem Suchhund durchgeführt und erfolgt in mehreren Schritten, je nach Bedarf. Inzwischen hat sich sogar ein Trüffelverband formiert, in dem sich auch die Trüffelhundebesitzer vernetzen und die Ernte als Dienstleistung organisieren wollen. Im Gegensatz zu vielen Obstsorten, werden die Trüffel nicht alle auf einmal reif, sondern wachsen während der Saison von Spätsommer bis in den Winter hinein immer wieder nach. Das macht die Ernte und Vermarktung flexibel und verteilt den Arbeitsaufwand über längere Zeit.

Trüffelplantage_Jungpflanzen-

Momentan importiert Deutschland etwa 60 Tonnen Trüffel im Jahr – Tendenz steigend. Dazu kommt die weltweit steigende Nachfrage, die durch die Globalisierung in Gang gekommen ist. Selbst in China und Japan werden inzwischen Trüffel gegessen. Die traditionellen Anbauländer schaffen es kaum, die Nachfrage zu bedienen, und die Qualität leidet unter den langen Handelswegen. Trüffel sollten möglichst frisch auf den Tisch kommen. Deutsche Gastronomen und Händler würden daher einheimische Ware stark begrüßen – und  wären sogar bereit, dafür mehr auszugeben. Bei einer durchschnittlichen Ernte von 20 bis 40 Kilogramm Trüffel pro Jahr und Hektar kann der Trüffelanbau sehr rentabel sein.
Außerdem ist die Trüffel in Deutschland eigentlich nichts Neues. Bis ins zwanzigste Jahrhundert  wurden die Trüffel zwischen Freiburg, München und Hannover gesucht und verarbeitet, was ein Blick in historische Kochbücher belegt. Das erklärte Ziel von Ulrich Stobbe und Ludger Sproll: diese Trüffelkultur wiederzubeleben und Deutschland wieder zu einem Trüffelland zu machen.



Weiter Informationen >>>

www.deutsche-trüffelbäume.de

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© Fotos: ArtGeneration, deutsche-trüffelbäume

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