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Biomasse - Energie aus Wildblumenwiesen

Jahrelange Studien an der Erzeugung von Biogas aus Wildblumenwiesen zeigen vorläufige ermunternde Ergebnisse: Aus Wildblumenwiesen produziertes Biogas ist wirtschaftlich genauso rentabel wie aus Mais, ohne jedoch die schädlichen Auswirkungen der Mais-Monokulturen in Kauf nehmen zu müssen.

Die Energiewende, die eigentlich im vollen Gange sein sollte, politisch jedoch noch zu zaghaft und unkoordiniert erfolgt, stützt sich wesentlich auf Biomasse, welche nach Windkraft den zweiten Platz der erneuerbaren Energien in Deutschland belegt. Daher  ist  der  Trend zu mehr Pflanzenerzeugnissen

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(vor allem Mais), um aus ihnen Biogas zu gewinnen, starkzunehmend und zum wichtigen wirtschaftlichen Faktor für viele Landwirte geworden.

Hieran zeigt sich ein Problem, mit dem sich Umweltverbände und die Gesellschaft im Allgemeinen immer mehr konfrontiert sehen: Jede Form von Energiegewinnung hat ihre Vor- und Nachteile auch in Bezug auf den Umweltschutz. So spricht sich der BUND gegen die Dominanz (etwa 45 Prozent) von Mais-Monokulturflächen aus, da die ökologischen Folgen gravierend sind, darunter eine erhöhte Erosionsgefahr, geringere Bodenfruchtbarkeit, den starken Einsatz von Pestiziden, sowie Kunstdünger und eine, im Hinblick auf Biodiversität, biologische Wüste.

Doch wer sich gegen bestimmte Energieträger richtet, muss auch realistische Alternativen bieten. Einen solchen Ausweg scheinen die Versuche mit Wildblumenwiesen bereitzustellen. Seit 2009 gibt es deutschlandweit Studien zur Effizienz von Biogasgewinnung aus Wildblumen, wobei die Saatenwahl aus ökonomisch-ökologischen Gesichtspunkten getroffen wird und von Testwiese zu Testwiese variiert, um die optimale Mischung zu erhalten. Unter den bislang vielversprechenden Sorten sind unter anderem weißer und gelbe Klee, Sonnenblumen, Malve, Eibisch, wilde Möhre, Luzerne. Die ökologischen Vorteile liegen auf der Hand: eine hohe Artenvielfalt durch ein natürliches, biodiverses Biotop, Nahrungsangebot für Nutztiere wie Bienen, eine Schonung des Bodens und Grundwassers durch den Verzicht auf Pestizide, sowie eine erhöhte Bodenfruchtbarkeit.

Ökologische Energiewende
Eine Energiegewinnung muss aber auch wirtschaftlich rentabel sein, wenn sie sich erfolgreich durchsetzen soll und tatsächlich kann auch hier die Wildblumenwiese überzeugen. Zwar erwirtschaftet man mit Wildwiesen bislang nur 50 bis 70 Prozent des Referenzwerts (gemessen am Maisfeld), doch die fehlenden Einnahmen werden durch deutlich geringere Kosten eingespielt. So entfällt das Saatgut nach dem ersten Jahr für die folgenden vier Jahre, auch sind Kosten für Pflanzenschutzmittel obsolet und da weniger Arbeitsgänge nötig sind, spart man auch an Maschinen- und Personalkosten.

Schließlich bieten Wildpflanzen durch ihre robustere Natur eine größere Investitionssicherheit als der bislang dominierende Mais. So zeigte sich eine Testwiese bei Würzburg im trockenen Sommer 2010 als widerstandfähig. Auch in der Bodenseeregion zeigten Testwiesen 2011 nach schwerem Hagel eine erstaunlich hohe Regenerationsrate, wohingegen es bei den Maisfeldern jener Region zu Ernteverlusten bis hin zu Totalausfällen kam.

Es geht bei dieser neuen Entwicklung hin zur Energiegewinnung durch Wildblumenwiesen nicht um einen – wie oft zu lesen – Imagewechsel, sondern um einen durchgreifenden Wandel. Die Frage nach dem Anbau von Nahrungsmitteln oder gar das Problem der Waldrodung im Ausland wird freilich nicht gelöst, doch wird in Deutschland ein höchst umstrittener Trend nunmehr in die richtige Richtung gelenkt. Die seit langem vom Umweltschutz geforderte Rückkehr zu Wildblumenwiesen als elementare Stützen der Biodiversität scheint nun endlich mit wirtschaftlicher Rentabilität, als auch mit politischen Vorgaben vereinbar zu sein und muss daher seine Chance ergreifen.

(Javier Francisco Vallejo)

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Fotos: ArtGeneration, nof, 123rf.com 13565936 by geschaft Summer Flowers,

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